LANDESVERBANDSTAG DES DHV MITTELDEUTSCHLAND: BILDUNG, TARIFARBEIT UND BETRIEBLICHE PRÄSENZ IM FOKUS

Der Landesverbandstag des DHV Mitteldeutschland fand im Hofgut Alt-Mörbitz bei Leipzig statt. Mitglieder aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Vertreter des Landesvorstandes sowie Gäste des Hauptvorstandes des DHV – Die Berufsgewerkschaft e. V. kamen zusammen, um den Landesvorstand Mitteldeutschland zu Wählen und um Bilanz zu ziehen, aktuelle Herausforderungen zu bewerten und die strategische Ausrichtung des Landesverbandes für die kommenden Jahre festzuhalten.

Unter dem Motto „Wir machen weiter – gemeinsam stärken wir den DHV“ eröffnete der Landesvorsitzende Sebastian Gräfe die Veranstaltung. In den Berichten des Landesvorstandes und des Geschäftsführers wurde deutlich: Trotz der tiefgreifenden Einschnitte infolge des BAG-Urteils und der damit verbundenen strukturellen und mitgliederbezogenen Herausforderungen ist der DHV Mitteldeutschland handlungsfähig geblieben und hat seinen Kurs konsequent gehalten.

Stabilität in bewegten Zeiten

Die vergangenen Jahre waren geprägt von Unsicherheiten, Mitgliederverlusten und erheblichem Gegenwind. Dennoch ist es dem Landesverband gelungen, die Werte des DHV zu verteidigen, seine Handlungsfähigkeit zu sichern und neue Perspektiven zu eröffnen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Ehren- und Hauptamt, die klare strategische Ausrichtung sowie die Nähe zu den Mitgliedern erwiesen sich dabei als entscheidende Erfolgsfaktoren.

Tarifarbeit – tragende Säule der Gewerkschaftsarbeit

Die Tarifarbeit bleibt auch künftig der zentrale Kompass der Arbeit des DHV Mitteldeutschland. Der DHV verfolgt dabei bewusst einen eigenständigen Ansatz: Tarifverhandlungen werden nicht als Konfrontation verstanden, sondern als gemeinsamer Prozess zur Entwicklung nachhaltiger und verlässlicher Lösungen für Beschäftigte und Arbeitgeber.

In den vergangenen Jahren standen unter anderem Tarifverhandlungen und -überarbeitungen bei der AWO Thüringen, dem DRK Thüringen sowie weiteren DRK-Kreisverbänden im Mittelpunkt. Zahlreiche Einrichtungen arbeiteten an der Anpassung von Manteltarifverträgen und Entgeltstrukturen. Hervorzuheben ist ein herausragender Erfolg aus dem Jahr 2021: Eine Lohnerhöhung von zehn Prozent für rund 10.000 Beschäftigte sowie die Einführung einer festen Sonderzahlung in Höhe von 65 Prozent des Grundgehalts – ein Meilenstein der Tarifarbeit im Landesverband.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die erfolgreiche Umsetzung des Anschlusses an den TVöD für AWO und DRK, der auf Forderungen aus dem Jahr 2019 zurückging und 2024 realisiert werden konnte. Die etablierten Tarifkommissionen leisteten hierbei einen entscheidenden Beitrag und ermöglichten 2025 die Überführung in neue Tarifsysteme, die den Beschäftigten langfristige Planungssicherheit bieten.

Sichtbarkeit durch Öffentlichkeitsarbeit

Neben der Tarifarbeit setzte der Landesverband verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit. Der DHV Mitteldeutschland war auf Berufs- und Jobmessen, beim Tag der Sachsen sowie bei betrieblichen Informationsveranstaltungen präsent. Mit klaren Positionen, sichtbaren Aktionen und direkter Ansprache wurde der DHV als verlässlicher Ansprechpartner für Beschäftigte und Betriebsräte wahrgenommen.

Betriebsratsbetreuung – Fundament der täglichen Arbeit

Die Betreuung der Betriebsräte bildet das Herzstück der Arbeit des DHV Mitteldeutschland. Unterstützt werden sowohl kleine örtliche Betriebsräte als auch große Gesamtbetriebsräte mit mehreren tausend Beschäftigten. Die Arbeit reicht von der Teilnahme an Betriebs- und Personalratssitzungen über Betriebsversammlungen bis hin zu intensiver individueller Beratung – persönlich vor Ort, telefonisch, schriftlich oder per Videokonferenz.

Ein besonderer Dank galt dem langjährigen Engagement von Manfred Werske, dessen Einsatz insbesondere an den Arbeitsgerichten in Chemnitz, Magdeburg, Erfurt und Leipzig maßgeblich zu zahlreichen Erfolgen beigetragen hat. Erzielte Vergleiche, gesicherte Arbeitsplätze und Abfindungen in erheblicher Höhe unterstreichen die Wirksamkeit dieser Arbeit.

Bildungsarbeit – stärkster Motor des Landesverbandes

Die Bildungsarbeit des DHV wird in den kommenden Jahren gezielt weiter ausgebaut und strategisch neu ausgerichtet. Der DHV plant, insbesondere in Mitteldeutschland und Bayern das Schulungsangebot sowohl für Betriebsräte als auch für Führungskräfte deutlich zu erweitern.

Inhaltlich sollen neben bewährten Grundlagen- und Aufbauseminaren verstärkt zukunftsorientierte Themen in den Mittelpunkt rücken. Dazu zählen insbesondere:

  • Künstliche Intelligenz und deren praktische Anwendung im betrieblichen Alltag
  • Psychische Gesundheit, Prävention und Resilienz am Arbeitsplatz
  • Kommunikation, Führung und Konfliktmanagement

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Bayern. Dort sollen die Ursachen hoher Krankenstände, insbesondere in den Bereichen Logistik, Metallverarbeitung, Handel und Gesundheitswesen, fundiert analysiert und praxisnah aufgearbeitet werden. Ziel ist es, Führungskräfte und Betriebsräte gleichermaßen zu befähigen, gesundheitsfördernde Strukturen zu entwickeln, Fehlzeiten zu reduzieren und nachhaltige Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Die Schulungsangebote werden praxisnah konzipiert und verbinden rechtliche Grundlagen mit anwendungsorientierten Lösungsansätzen. Damit positioniert sich der DHV auch künftig als starker Bildungspartner für eine moderne, gesunde und zukunftsfähige Arbeitswelt.

Betriebsratswahlen und Projekte

In den Jahren 2024 bis 2026 begleitet der DHV –  Landesverband Mitteldeutschland zahlreiche Betriebsrats- und JAV-Wahlen, Betriebsversammlungen , Betriebsrätekonferenzen sowie Betriebsratssitzungen unter anderem bei EDEKA/DISKA, der AWO – Thüringen sowie in verschiedenen DRK- und Handelsbetrieben.

Ausblick

Der Landesverbandstag machte deutlich, dass der DHV Mitteldeutschland auch künftig auf drei starke Säulen setzt: eine verlässliche Hilfestellung bei der Tarifarbeit in allen betreuten Branchen, eine intensive Bildungsarbeit und eine enge, persönliche Betreuung der Mitglieder und Betriebsräte. Mit dieser klaren Ausrichtung wird der DHV Mitteldeutschland die Interessen der Beschäftigten auch in Zukunft wirkungsvoll vertreten.

Zum Abschluss wünscht der DHV allen eine besinnliche Weihnachtszeit sowie Ruhe und Erholung nach einem erfolgreichen Jahr 2026

 

 

 

Wandel im Handel – DHV Mitteldeutschland zu Gast bei der jährlichen Hornbach-Betriebsrätekonferenz

Am 2. Dezember 2025 durfte die DHV Mitteldeutschland erneut an der Betriebsrätekonferenz der Hornbach Baumarkt AG teilnehmen – gemeinsam mit rund 150 Betriebsrätinnen und Betriebsräten aus ganz Deutschland. Für uns war es eine besondere Ehre und ein Moment des Stolzes, bei einem Unternehmen vertreten zu sein, das mit über 25.000 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern im Handel zählt und sich in diesem Jahr einmal mehr als Treiber eines tiefgreifenden Wandels präsentiert hat.

Digitalisierung im Handel – Chancen statt Belastung

Während viele Handelsunternehmen vor Digitalisierung und KI zurückschrecken, setzt Hornbach auf ein anderes Modell:
Technik soll entlasten, nicht zusätzlich belasten.

In der Versammlung wurden Programme vorgestellt, die Arbeitsabläufe vereinfachen, Prozesse beschleunigen und den körperlichen sowie psychischen Stress spürbar reduzieren. Aus Sicht der DHV ist das ein wichtiger Schritt, denn Digitalisierung darf nur dann „innovativer Fortschritt“ heißen, wenn sie bei den Beschäftigten ankommt.

Starke Betriebsräte sichern Mitbestimmung

Ein besonderer Dank gilt dem Gesamtbetriebsrat der Hornbach Baumarkt AG und vor allem den Vorsitzenden des GBR sowie den über 100 engagierten Betriebsrätinnen und Betriebsräten in den einzelnen Märkten, Logistikzentren und Kunden-Service-Centern. Ihr täglicher Einsatz stellt sicher, dass der technologische und strukturelle Wandel im Unternehmen nicht „von oben herab“, sondern im Sinne echter Mitbestimmung gestaltet wird.

Die enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretungen ist bei Hornbach vorbildlich – und ein deutliches Zeichen dafür, dass gelebte Sozialpartnerschaft auch in Zeiten großen Wandels möglich ist.

Mit Blick auf die BR-Wahlen 2026 wünscht die DHV allen Betriebsrätinnen und Betriebsräten viel Erfolg, eine starke Wahlbeteiligung und Rückenwind für ihre wichtige Arbeit. Wir freuen uns zugleich auf die mögliche Erweiterung um zwei zusätzliche Betriebsratsgremien in der Fläche, die die Mitbestimmung im Unternehmen weiter stärken werden. 

Großes Benefit-Paket – und weitere Verbesserungen angekündigt

Besonders positiv fiel das breite Paket an Benefits auf: Gesundheitsangebote, finanzielle Vorteile, Weiterbildungsprogramme und moderne Modelle der Arbeitszeitgestaltung sind nur einige Beispiele für das Innovative Programm bei Hornbach.
Die Unternehmensleitung kündigte zudem weitere Verbesserungen an – ein klares Bekenntnis zur Wertschätzung der Mitarbeitenden.

Ost-West-Gerechtigkeit bleibt Thema

Wie bereits in der Rede 2024 betont, ist die Angleichung der Arbeitsbedingungen zwischen Ost und West ein zentraler Punkt der DHV. Noch immer sind Belastungen im Osten höher, Strukturen schwächer und Krankenstände überdurchschnittlich.

Doch Hornbach sendet ein wichtiges Signal:
Man arbeitet an mehr Gerechtigkeit – Schritt für Schritt, aber spürbar. 

Hornbach „For Future“ – die Zukunft gemeinsam gestalten

Mit dem Zukunftskonzept „Hornbach For Future“ setzt das Unternehmen ein starkes Zeichen für Innovation, Digitalisierung, Verantwortung und echte Mitarbeiterorientierung. Ein zentraler Bestandteil dieses Ansatzes ist die aktive Beteiligung aller Beschäftigten – denn Zukunft wird bei Hornbach nicht nur geplant, sondern gemeinsam gestaltet.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Thema Künstliche Intelligenz. Das breite und komplexe Feld der KI wird im Unternehmen durch ausgewiesene Expertinnen und Experten des Tech-Teams von Hornbach verständlich und praxisnah vermittelt. In regelmäßigen Gesprächen schaffen sie Bewusstsein für Chancen und Risiken, geben Orientierung und unterstützen die Kolleginnen und Kollegen dabei, neue Technologien sicher und sinnvoll in ihren Arbeitsalltag zu integrieren.

Dieses Engagement begrüßt auch die DHV Mitteldeutschland, die zugleich auf ihre Seminarreihen zur Kommunikation, Konfliktbewältigung und zum Umgang mit neuen technologischen Entwicklungen verweist.

Das Wirken des Tech-Teams zeigt deutlich: Bei Hornbach stehen die Menschen im Mittelpunkt – und technische Innovation wird immer so gestaltet, dass sie den Beschäftigten echten Mehrwert bietet.

Im Rahmen von „Hornbach For Future“ werden zudem zahlreiche nachhaltige Maßnahmen umgesetzt. Mitarbeitende können künftig ihre Jobbikes und Elektrofahrzeuge auf Hornbach-Parkplätzen in ganz Deutschland laden – selbstverständlich zu einem attraktiven Vorteilspreis. Die Vorteilswelt für Hornbach-Mitarbeitende ist in der Branche einzigartig und stärkt die Wertschätzung gegenüber allen, die das Unternehmen täglich mitgestalten.

Mit einem breit angelegten Programm rund um erneuerbare Energien, innovativen Produkten, einem umfangreichen Sortiment sowie vielfältigen Dienstleistungen zeigt Hornbach eindrucksvoll, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und Zukunft aktiv zu leben.

Ein Blick zurück: Otmar Hornbach 1998

Bereits 1998 betonte Otmar Hornbach vor Marktmanagern:

„Wir können Märkte bauen – aber ohne Menschen bleibt alles nur Beton und Kabel. Zukunft entsteht durch Haltung.“

Diese Haltung prägt das Unternehmen bis heute – und war auf der Versammlung in jeder Phase deutlich spürbar. 

Fazit

Hornbach zeigt: Es geht auch anders: Digitalisierung mit Herz, Benefits mit Substanz, Mitbestimmung mit Wirkung – und ein klarer Wille zu fairen Bedingungen.

Für die beiden entsendeten Vertreter des DHV – Die Berufsgewerkschaft e.V. war es eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der sie die Entwicklung erneut aktiv begleiten durften.

In aufschlussreichen Gesprächen trafen sie auf vielfältige Menschen aus den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen. Dabei wurde deutlich, dass Arbeitgeber und Beschäftigte bei Hornbach stets auf Augenhöhe agieren.

Besonders die Bildungsarbeit und regelmäßigen Schulungen, nicht zuletzt durch die Betriebsräte, stellen einen wichtigen Baustein des Hornbach-Fundaments dar, der auch 2026 – getragen von den BR- Wahlen – weiterhin maßgeblich wirken wird.

Hierbei hat die DHV in Vertretung durch Herr Gräfe / Geschäftsführer DHV –Mitteldeutschland seine Unterstützung durch fachliche Expertise und individuell zugeschnittene Seminare angeboten.

Zum Abschluss wünscht der DHV allen eine besinnliche Weihnachtszeit sowie Ruhe und Erholung nach einem erfolgreichen Jahr 2025.

 

Streik EDEKA Berbersdorf Juni 2023

Streik Berbersdorf EDEKA

Im großen Zentrallager des Einzelhändlers Edeka in Berbersdorf bei Chemnitz wurde am Donnerstag, 8. Juni, zum geplanten 3 tägigen Streik ausgerufen . Die DHV unterstützte den Streikaufruf der verhandelnden Gewerkschaft und rief ihre Mitglieder zur Streikteilnahme auf.

Die steigenden Ausgaben für Lebensmittel, Wohnen, Energie und Fahrtkosten sowie Verzögerungstaktiken der Arbeitgeber bei den laufenden Tarifverhandlungen andererseits veranlassen die Beschäftigten zur Teilnahme an Streikaktionen. Die Mehrheit der Beschäftigten im Handel ist zunehmend von Geldsorgen und Altersarmut betroffen. Konkret gefordert wird eine Erhöhung aller Löhne um 13 Prozent sowie eine Vorschusserhöhung von 27 Cent pro Stunde für bestimmte Lohn- und Gehaltsgruppe. Das Angebot der Arbeitgeberseite war bisher mehr als ungenügend.

Es bleibt zu hoffen, dass der Tarifkonflikt im Handel mit einem guten Abschluss zu Ende geht, der den Beschäftigten in ihrer schwierigen Situation hilft.