Gespräch DHV-Landesvorsitzender Johann Lindmeier mit MdL Stefan Meyer

Am 21.05.2026 traf ich unser DHV-Mitglied Herrn MdL Stefan Meyer im Bayerischen Landtag zu einem Gespräch. Herr Meyer ist seit Oktober 2023 Mitglied der CSU-Fraktion des Landtages. Er ist Mitglied in den Ausschüssen  für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie für Wissenschaft und Kunst.

Nach einer kleinen Führung durch den bayerischen Landtag hatten wir einen sehr guten und interessanten Austausch zu sozial- und gesundheitspolitischen Themen. Wir haben vereinbart, weiter in Kontakt und im Dialog zu bleiben.

Herzlich Danke sagen möchte ich auch im Namen des gesamten DHV-Landesverbandes Bayern unserem Mitglied Herrn MdL Stefan Meyer für die Einladung in den bayerischen Landtag. 

Mit herzlichen Grüßen 

Johann Lindmeier 

DHV Landesvorsitzender Bayern 

Walk of Care – Friedliche Protestaktion zum Tag der Pflege in Erfurt

Am 12.05.2026 fand in Erfurt anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden die friedliche Protestaktion „Walk of Care“ unter solidarischer Beteiligung des DHV-Landesverbands Mitteldeutschland statt. Veranstalter der Aktion war die Valde Vita Franke & Müller Pflegedienst GbR aus Erfurt Zahlreiche Pflegekräfte, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie engagierte Pflegeeinrichtungen setzten gemeinsam ein starkes und sichtbares Zeichen für die Zukunft der Pflege.

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Pflege braucht verlässliche Refinanzierung!

Heute ist der Tag der Pflege.

Die Beschäftigten in der Pflege leisten täglich verantwortungsvolle Arbeit unter hohen Anforderungen. Gleichzeitig stehen viele Einrichtungen vor erheblichen wirtschaftlichen Belastungen. Tarifsteigerungen, steigende Sachkosten und wachsende Anforderungen müssen bei der Finanzierung ausreichend berücksichtigt werden, damit gute Pflege langfristig gesichert bleibt.

Deshalb ist es wichtig: Pflege braucht verlässliche Refinanzierung!

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Confédération française des travailleurs chrétiens (CFTC) – Die christliche Gewerkschaft in Frankreich

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

die Confédération française des travailleurs chrétiens (CFTC) ist die christliche Gewerkschaft in Frankreich. Sie gehört dort mit rund 150.000 Mitgliedern zu den fünf führenden Gewerkschaften des Landes. 

Die CFTC wurde 1919 durch den Zusammenschluss von 321 kleinen christlichen Gewerkschaften gegründet. 1964 spalten sich rund 90 % ihrer Mitglieder ab um eine säkulare Gewerkschaft zu gründen. 10 % blieben idealistisch beim christlich-reformistischen Weg und schafften über Jahrzehnte den Wiederaufstieg. 

In der Orgamatrix ist die CFTC vergleichbar zur DHV in Fachgruppen und Regionalverbände gegliedert.

Als christlich-reformistische Gewerkschaft zeichnet sich die CFTC durch ein konstruktives Selbstverständnis aus. Sie orientiert sich an der christlichen Soziallehre mit den zentralen Prinzipien, Solidarität, Freiheit, Subsidarität. Als reformistische Gewerkschaft setzt sie auf Kooperation, Sozialpartnerschaft und Reformen im Gegensatz zum Klassenkampf der sozialistischen Gewerkschaftsbewegung. 

Aktuell strebt die CFTC sogar eine Verfassungsänderung in Frankreich an, die reformistischen Prozessen den Vorrang vor dem Arbeitskampf gibt. 

Für mich persönlich war und ist die CFTC Vorbild und Leitbild für meine Arbeit in der DHV und die christlich-reformistische Gewerkschaftsbewegung meine Heimat.

Ich persönlich war auch 6 Jahre in einer anderen Gewerkschaft, die perfekt war in der Entwicklung ihrer Orgamatrix, der Finanzen und der Satzungsthemen, Dinge die ich gerne von dort mitgenommen habe. Trotzdem war ich froh in die DHV zurückkehren die mir eine christlich-reformistische Heimat bot. 

In den nächsten 4 Jahren wird mein Landesverband in Bayern dieses christlich-reformistische Heimat ausbauen und in den Bundesverband der DHV einbringen. 

Mit herzlichen Grüßen 

Johann Lindmeier 
DHV Landesvorsitzender Bayern 

 

Zwischen Klassenkampf und Sozialpartnerschaft: Eine christlich-gewerkschaftliche Antwort auf die Mairede des DGB NRW

Die Mairede des DGB-Landesvorsitzenden Thorben Albrecht war kämpferisch, emotional und geprägt von klaren politischen Botschaften. Viele seiner Anliegen verdienen Zustimmung wie der Schutz von Arbeitnehmerrechten, die Sicherung industrieller Arbeitsplätze, Investitionen in Bildung, bezahlbares Leben und eine soziale Absicherung in Krisenzeiten.

Und doch offenbart die Rede ein grundlegendes Problem moderner DGB-Rhetorik. Sie bleibt in einem alten Denken von gesellschaftlichen Lagern und Gegensätzen gefangen. Arbeitgeber hier, Arbeitnehmer dort. Unternehmen gegen Beschäftigte. Reiche gegen die Gesellschaft. Politik gegen Gewerkschaften.

Aus Sicht christlicher Gewerkschaften greift dieses Weltbild zu kurz.

Die Soziale Marktwirtschaft lebt von Partnerschaft – nicht von Polarisierung

Die christliche Soziallehre betrachtet Arbeit nicht als Instrument des Klassenkampfes, sondern als Teil der Würde des Menschen und als Beitrag zum Gemeinwohl. Arbeitnehmer und Arbeitgeber stehen nicht in einem natürlichen Feindschaftsverhältnis. Beide tragen Verantwortung für den wirtschaftlichen und sozialen Erfolg unseres Landes.

Gerade Nordrhein-Westfalen war jahrzehntelang stark, weil Sozialpartnerschaft funktionierte:

  • starke Industrie,
  • starke Tarifpartner,
  • Mitbestimmung,
  • wirtschaftliche Vernunft,
  • soziale Verantwortung.

Die Rede Albrechts dagegen arbeitet vielfach mit moralischer Zuspitzung. Unternehmen erscheinen primär als profitorientierte Akteure, Aktionäre als gesellschaftliches Problem, Vermögende als Ursache sozialer Missstände.

Doch eine moderne Volkswirtschaft funktioniert nicht ohne Investitionen, unternehmerisches Risiko und wirtschaftlichen Erfolg. Gewinne sind nicht automatisch unmoralisch. Sie finanzieren Innovation, Forschung, Arbeitsplätze und Altersvorsorge.

Nicht Gewinnstreben an sich ist das Problem, sondern Verantwortungslosigkeit.

Der Sozialstaat braucht wirtschaftliche Stärke

Richtig ist: Viele Menschen erleben Verunsicherung. Preise steigen, Wohnraum fehlt, Kommunen sind überlastet, Infrastruktur verfällt. Viele Beschäftigte fühlen sich unter Druck.

Aber die Antwort kann nicht allein mehr Staat, mehr Umverteilung und mehr Regulierung sein.

Denn der Sozialstaat lebt von einer leistungsfähigen Wirtschaft. Wer soziale Sicherheit erhalten will, muss auch über Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und Wachstum sprechen.

Genau hier bleibt die Rede auffällig einseitig.

Kaum erwähnt werden:

  • hohe Energiepreise,
  • Bürokratie,
  • Fachkräftemangel,
  • sinkende Produktivität,
  • demografischer Wandel,
  • internationale Konkurrenz,
  • Investitionshemmnisse.

Deutschland hat nicht nur ein Verteilungsproblem. Deutschland hat zunehmend ein Struktur- und Leistungsproblem.

Darüber muss ehrlich gesprochen werden.

Arbeitszeitdebatten brauchen Realitätssinn

Der Satz „8 Stunden Arbeit am Tag sind genug“ mag auf einer Kundgebung Beifall bringen. Aber die Arbeitswelt des Jahres 2026 ist komplexer als die des Industriezeitalters.

Viele Beschäftigte wünschen heute:

  • flexible Arbeitszeiten,
  • Homeoffice,
  • individuelle Lebensarbeitszeitmodelle,
  • mehr Eigenverantwortung.

Natürlich darf Flexibilität nicht zur Ausbeutung führen. Der Schutz der Gesundheit bleibt zentral. Doch starre ideologische Abwehrhaltungen helfen weder Arbeitnehmern noch Unternehmen.

Eine christliche Gewerkschaft würde deshalb nicht reflexhaft jede Veränderung ablehnen, sondern fragen:
Wie schaffen wir humane und zukunftsfähige Arbeitsbedingungen?

Soziale Gerechtigkeit braucht auch Generationengerechtigkeit

Albrecht verteidigt entschieden Renten-, Sozial- und Krankenversicherungssysteme. Das ist legitim und notwendig. Doch die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet:
Wie finanzieren wir diese Systeme dauerhaft?

Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente. Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Leistungen finanzieren.

Eine verantwortungsvolle Sozialpolitik braucht deshalb:

  • solide Finanzen,
  • wirtschaftliches Wachstum,
  • mehr Beschäftigung,
  • bessere Qualifikation,
  • höhere Produktivität.

Die christliche Sozialethik verbindet Solidarität immer auch mit Verantwortung und Nachhaltigkeit. Wer nur verteilt, ohne neue wirtschaftliche Stärke zu schaffen, gefährdet langfristig genau den Sozialstaat, den er retten will.

Migration: Humanität braucht Ordnung

Richtig ist auch: Menschen mit Migrationsgeschichte gehören zu unseren Betrieben, unseren Städten und unserem Land. Viele leisten täglich wertvolle Arbeit.

Doch die Rede blendet die realen Herausforderungen von Integration weitgehend aus:

  • überforderte Kommunen,
  • Bildungsprobleme,
  • Wohnraummangel,
  • Integrationsdefizite,
  • Belastungen sozialer Systeme.

Christliche Sozialethik bedeutet:
Humanität UND Ordnung.
Solidarität UND Verantwortung.

Weder pauschale Ausgrenzung noch naive Verharmlosung helfen weiter.

Gewerkschaften dürfen nicht parteipolitisch verengt werden

Besonders problematisch ist die zunehmende politische Einseitigkeit vieler DGB-Reden. Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer unterschiedlichster politischer Überzeugungen.

Wer Gewerkschaften zu stark in ein parteipolitisch linkes Lager führt, riskiert, viele Beschäftigte innerlich zu verlieren.

Christliche Gewerkschaften waren historisch oft erfolgreicher darin, Brücken zu bauen:

  • zwischen Arbeit und Wirtschaft,
  • zwischen sozialer Sicherheit und Eigenverantwortung,
  • zwischen Tradition und Modernisierung.

Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung braucht Deutschland weniger ideologische Zuspitzung und mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Zukunft liegt in der sozialen Marktwirtschaft – nicht im alten Lagerdenken

Die großen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich weder mit neoliberalen Marktphantasien noch mit staatlichem Verteilungsdenken lösen.

Deutschland braucht:

  • eine starke Industrie,
  • innovative Unternehmen,
  • gute Arbeitsplätze,
  • soziale Sicherheit,
  • stabile Familien,
  • leistungsfähige Bildung,
  • generationengerechte Finanzen,
  • funktionierende Infrastruktur.

Dafür braucht es nicht Klassenkampf, sondern Verantwortungspartnerschaft.

Die christliche Soziallehre bietet dafür weiterhin einen überzeugenden Kompass:

  • Solidarität,
  • Subsidiarität,
  • Gemeinwohl,
  • Verantwortung,
  • Maß und Mitte.

Gerade in Krisenzeiten sollte das unser Weg sein. Nicht die Spaltung der Gesellschaft in Gegner und Schuldige, sondern die gemeinsame Verantwortung für Arbeit, Wohlstand und sozialen Frieden.

Grußwort zum 1.5.2026

Liebe Kollegen und Kolleginnen, 

mein Grußwort zum ersten Mai hat mittlerweile Tradition. In diesen Jahr ist es politisch überschattet von den Vorschlägen zur Abschaffung des Ehegattensplitting und der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner. 

Es wird niemand überraschen das wir diese Maßnahmen als christliche Gewerkschaft ablehnen. Die Arbeitnehmer und der Mittelstand sind mittlerweile viel zu hoch belastet in unserer Gesellschaft, hier sind Entlastungen notwendig und nicht weitere Belastungen. 

Bei meinen politischen Terminen im Mai werde ich das auch entsprechend thematisiern. Auf dem Maiempfang der Landeshauptstadt München wird uns meine Stellvertreterin Sarah Vogl vertreten. 

Für das erste Halbjahr 2026 plane ich noch einen Gedankenaustausch mit dem CGB Landesvorsitzenden in Bayern und einen Besuch des CGB Büros in Regensburg. 

Im Juli führen mich dann meine Termine nach Nürnberg, aber darüber und über die Klausur meines Landesvorstandes im Allgäu werde ich dann gesondert berichten. 

Jetzt wünsche ich uns allen trotz der schwierigen Weltlage einen guten 1.5.2026. 

Mit herzlichen Grüßen 

Johann Lindmeier 

DHV Landesvorsitzender Bayern

Landesverbandstag 2026

Liebe Kollegen und Kolleginnen, 

hinter uns liegt ein sehr bayerischer und spannender Landesverbandstag. 

Wir haben gemeinsam über die Arbeit und die Entwicklungen der letzten vier Jahre reflektiert:

  • die Klausuren/Sitzungen des Landesvorstandes,
  • den Transformationsprozess unser Landesgeschäftsstelle,
  • die 130 Jahrfeier der DHV in 2023,
  • der aktuelle Stand im DHV-Tariffähigkeitsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR),
  • die Entwicklungen im CGB Bayern,
  • die Zukunft unserer DHV.

Geehrt für ihr jahrzehntelanges Engagement für den Landesverband wurde Ingrid Prager, die aus dem DHV-Aufsichtsrat ausgeschieden ist. Sie wird als Ehrenvorsitzende des Landesverbands ihre Erfahrungen weiter in die DHV-Arbeit einbringen. 

Willy Kaiser, der 1966 in die DHV eintrat, wurde für sein 60-jähriges Jubiläum geehrt.

Alle Wahlergebnisse vielen einstimmig aus:

  • Landesvorsitzender: Johann Lindmeier
  • Stellvertretende.Landesvorsitzende: Sarah Vogl
  • Mitglied im Aufsichtsrat: Michael Staab
  • Ehrenvorsitzende: Ingrid Prager 
  • 1.Beisitzer und Mitgliederbeauftragter für Südbayern: Thomas Kadner 
  • 2.Beisitzer und Mitgliederbeauftragter für Nordbayern Michael Staab. 

Auf dem im November stattfindenden Bundesgewerkschaftstag werden Ingrid Prager, Sarah Vogl, Johann Lindmeier und Michael Staab den Landesverband vertreten. 

Im Landesvorstand arbeiten Berufstätige und Senioren, kaufmännische Angestellte, freigestellte Betriebs- und Aufsichtsräte. Vertreten sind die bayerischen Regionen Oberbayern, Niederbayern, Franken und Schwaben; von den Branchen sind es Versicherungen, Industrieangestellte, Einzelhandel und kaufmännische Angestellte. 

In Summe ist der neue Landesvorstand sehr ausgewogen vertreten – auch, was die Verteilung der Geschlechter betrifft. 

Unsere nächsten Stationen werden eine Klausur im Allgäu vor dem Bundesgewerkschaftstag und eine Sitzung des Landesvorstandes nach dem Bundesgewerkschaftstag sein.

Persönlich bin ich sehr dankbar für das Vertrauen, das man meinen Landesvorstand und mir entgegengebracht hat. 

Herzliche Grüße 

Johann Lindmeier 

Landesverbandstag am 14.03.2026 in München

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Mai 2022 fand unser letzter Landesverbandstag statt. Wenn wir uns am 14.03.26 zum Landesverbandstag in München treffen liegen vier bewegte Jahre hinter uns. Wir haben in der zu Ende gehenden Amtsperiode den Fokus verstärkt auf die ehrenamtliche Gestaltung der Landesverbandsarbeit gelegt gehabt. Mit dieser Ausrichtung wird auch der neue Landesvorstand die Arbeit in der neuen Amtsperiode angehen. Darüber hinaus betrachtet bin ich aber zuversichtlich, dass wir den Landesverband Bayern mit einer guten Perspektive weiterentwickeln werden.

Für uns überraschend war der Wechsel in der Führung des CGB Bayern, dem langjährigen Vorsitzenden Josef Nikl von der GöD sagen wir herzlich Danke für die vielen guten Jahre in der Position. Dem Kollegen Gerhard Kastner von der CGM wünschen wir alles Gute als neuer CGB Landesvorsitzender und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit in der Zukunft. 

Nicht überraschend war die Wahl unseres DHV Mitgliedes Ingrid Prager zur stellvertretenden CGB Landesvorsitzenden in Bayern. Zu Ihrer Wahl möchte wir Ingrid Prager herzlich beglückwünschen.

Im Bundesverband stellen wir ja mit Henning Röders den Bundesvorsitzenden des CGB. 

Über die Entwicklung des CGB in Bayern und unsere Rolle darin werde ich auf Landesverbandtag mehr sagen. 

Wie gewohnt werden wir auf dem Landesverbandstag den Landesvorstand und die Delegierten für den Bundesgewerkschaftstag wählen. 

Welche Rolle der bayerische Landesverband im aktuellen Transformationsprozess der DHV von der Kaufmannsgewerkschaft hin zur christlichen Gewerkschaft Dienstleistungen spielt werde ich auf dem Landesverbandstag auch näher erläutern. 

Ich freue mich auf den kommenden Landesverbandstag, und ich hoffe auf eine rege Teilnahme.

Mit kollegialen Grüßen 

Johann Lindmeier 

CGB WARNT CDU VOR VEREINNAHMUNG DURCH WIRTSCHAFTSLOBBY WIRTSCHAFTSRAT IST KEINE TEILORGANISATION DER CDU

Mit großer Sorge betrachtet der CGB die zunehmenden Versuche der Wirtschaft, die CDU für ihre Interessen zu instrumentalisieren. War es in der letzten Woche die Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU, die mit ihrem Parteitagsantrag „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ geltendes Arbeitsrecht infrage stellte, hat nun der CDU-Wirtschaftsrat mit einer „Agenda für Arbeitnehmer“ nachgesetzt, in dem u.a. die Abschaffung der Mütterrente und die Streichung der Zahnarztbehandlung aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gefordert wird.

Peter Rudolph, Vorsitzender des CGB-Landesverbandes Bremen und stellvertreten­der Bundesvorsitzender der CDA/CGB-Bundesarbeitsgemeinschaft: „Nach dem die FDP nicht mehr im Bundestag vertreten ist und ihre Rolle als politische Arbeitgeberlobby nicht mehr wahrnehmen kann, versucht die Wirtschaft verstärkt, ihre Interessen über die CDU durchzusetzen. Wenn die CDU als Volkspartei und Vertreterin der Sozialen Marktwirtschaft glaubwürdig bleiben will, darf sie sich nicht zum Anwalt von Verfechtern eines Manchester-Kapitalismus machen lassen. Die Rezession ist nicht von der Arbeitnehmerschaft zu verantworten und hat ihre Ursachen nicht in Krankfeiern und fehlender Arbeitsbereitschaft von Beschäftigten. Der CGB erwartet, dass die notwendige Sozialstaatsdebatte sachlich und faktenbasiert geführt wird. Dies muss auch die CDU-Führung gewährleisten. Dazu gehört, dass sie deutlich macht, dass der CDU-Wirtschaftsrat keine Teilorganisation der CDU ist und nicht für die CDU spricht. Deshalb sollte dem Wirtschaftsrat auch untersagt werden, weiterhin die Bezeichnung CDU im Namen zu führen.

Der CGB verwahrt sich darüber hinaus dagegen, dass sich der Wirtschaftsrat erdreistet, seinen Forderungskatalog zum Sozialabbau auch noch als „Agenda für Arbeitnehmer“ zu bezeichnen.

 

 

 

 

 

 

 

CGB befürchtet parteipolitische Einflussnahme auf die Betriebsratswahlen im Superwahljahr 2026

Zwischen dem 1.März und dem 31.Mai finden in Deutschland turnusmäßig die nächsten Betriebsratswahlen statt. Bei diesen Wahlen geht es um die Vergabe von ca. 180.000 Mandaten in betrieblichen Interessenvertretungen. Der CGB befürchtet stärkere Einflussnahme politischer Parteien auf die Betriebsratswahl, insbesondere auch von der vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD – Alternative für Deutschland. Vor dem Hintergrund der in diesem Jahr anstehenden fünf Landtagswahlen und Kommunalwahlen in Bayern, Hessen und Niedersachsen steht zu befürchten, dass gerade die AfD versuchen wird, sich über Mandate in Betriebsräten als Interessenvertretung der Arbeiterschaft darzustellen und Stimmung zu machen gegen die Regierenden und deren Parteien. 

Angesichts anhaltender Rezession, Massenabbau von Industriearbeitsplätzen und drohendem Sozialabbau wächst bei vielen Menschen die Zukunftsangst und sie werden empfänglicher für die Parolen extremistischer Stimmenfänger, die schnelle Lösungen versprechen, die in einer komplexen und komplizierten globalen Welt jedoch nicht existieren. Das gilt selbstverständlich auch bei den kommenden Betriebsratswahlen, bei denen sich die AfD gerne der Unterstützung des, im Jahr 2009 im Stammwerk der ehemaligen Daimler AG gegründeten und ihr nahestehenden, Vereins „Zentrum“ bedient, der sich selbst als „Die alternative Gewerkschaft“ bezeichnet. Eine sogenannte Alternative, die ebenso wenig wie alle anderen weder den Arbeitsplatzabbau verhindern, noch irgendwelche Lösungen anbieten konnte.

Wir als CGB sehen in der innerbetrieblichen Demokratie durch die Betriebsräte die konsequente Anwendung unserer demokratischen und verfassungsmäßigen Grundsätze auf der innerbetrieblichen Ebene. Diese Werte müssen wir aktiv schützen, um unsere Demokratie zu verteidigen und zu erhalten. Problematisch kann bei den Betriebsratswahlen werden, wenn verfassungsfeindliches Gedankengut unabhängig von welchem politischen Rand in die Betriebsratsstrukturen eindringt und die betriebliche Demokratie erodiert. Das Betriebsverfassungsgesetz macht dies leicht, da eine Betriebsratskandidatur weder eine Gewerkschaftszugehörigkeit voraussetzt noch eine Parteimitgliedschaft offenbart werden muss. Wer etwa auf einer Gewerkschaftsliste keine Berücksichtigung findet, kann ohne großen Aufwand auf einer eigenen Liste kandidieren. Zwar bedarf es zur Kandidatur einer Anzahl von Stützunterschriften, die Quote ist aber mit grundsätzlich einem zwanzigstel der wahlberechtigten Beschäftigten (5 Prozent) und maximal 50 Beschäftigten abhängig von der Betriebsgröße eine eher niedrige Hürde.

Wir als CGB stehen gemeinsam mit allen demokratischen Kräften für den Erhalt unserer freiheitlichen Demokratischen Grundordnung und werden auch bei den Betriebsratswahlen dafür eintreten, dass unsere Demokratie erhalten bleibt.

Der CGB ruft im Sinne unserer Demokratie alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, ihre betrieblichen Mitbestimmungsrechte verantwortungsvoll wahrzunehmen, sich an den Betriebsratswahlen zu beteiligen und aktiv daran mitzuarbeiten, das Feld nicht den Extremisten zu überlassen.