Information des Landesverbandsvorsitzenden, 26.07.26

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

am 26.07.26 tagte der Landesvorstand Bayern in ordentlicher Sitzung in der Deutschen Eiche in München-Lochhausen. 

Der erste Teil der Sitzung war geprägt von einen intensiven Gedankenaustausch zur aktuellen Situation der DHV und der Positionierung unseres Landesverbandes als Reformkraft innerhalb der DHV. 

Im zweiten Teil unserer Sitzung stand unsere Positionierung im Aufsichtsrat der DHV, die Michael Staab und Ingrid Prager in die AR Sitzung am 25.09.26 einbringen werden. 

Für den Bundesgewerkschaftstag haben wir dann einen umfassenden Transformationsantrag beschlossen, der die DHV in die CGD [ christliche Gewerkschaft Dienstleistungen] umwandeln soll. 

In den nächsten Wochen werden wir innerhalb der DHV für diesen Antrag werben. 

Abgerundet wurde der zweite Block mit meinen Vorschlag Ingrid Prager für den Bundesvorstand vorzuschlagen, leider hat Ingrid aus nachvollziehbaren Gründen abgelehnt. 

Der Dritte Block war geprägt vom CGB Bayern, hier werden wir uns in Zukunft intensiver einbringen. 

Vertreten sind wir im CGB Landesvorstand durch Ingrid Prager als stellv.Landesvorsitzende und durch Sarah Vogl und mich im Landesausschuss des CGB Bayern.

Im vierten und letzten Block haben wir uns dann mit Mitgliederangelegenheiten und unseren DHV Anwalt in Nürnberg beschäftigt.

Ich wünsche jetzt allen im Namen des ganzen Landesvorstandes eine schöne und erholsame Uraubszeit. 

Johann Lindmeier 

DHH Landesvorsitzender Bayern 

EINZELHANDELSVERBAND STELLT SONNTAGSSCHUTZ DES GRUNDGESETZES IN FRAGE

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Deutschland (HDE), der Spitzenorganisation des deutschen Einzelhandels, Stefan Genth, hat sich gegenüber der BILD-Zeitung für allgemeine Sonntagsöffnungen des Einzelhandels ausgesprochen. Er hat damit den grundgesetzlich geschützten Sonntagsschutz in Frage gestellt und dies damit begründet, dass Einkaufen auch ein Freizeiterlebnis sei.

Der Christliche Gewerkschaftsbund und seine für den Handel zuständige Berufsgewerkschaft DHV weisen die HDE-Forderung als Missachtung des Grundgesetzes und der Bedeutung des Sonntags als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung zurück.

Peter Rudolph, Vorsitzender des CGB-Landesverbandes Bremen und stellvertretender Bundes-Vorsitzender der CDA/CGB-Arbeitsgemeinschaft: „Ich weiß nicht, für wen Herr Genth spricht. Die Mehrzahl der Einzelhandelsgeschäftsstelle nutzt bereits die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten zu Ladenöffnungen nicht aus. Der HDE sollte sich lieber mal Gedanken machen, wie die Insolvenzwelle im Einzelhandel und die damit verbundene Verödung der Innenstädte gestoppt werden kann. Wenn sich Filialisten wie DEPOT gezwungen sehen, 66 Filialen zu schließen und auch GALERIA als letzter großer Warenhauskonzern erneut in der Krise steckt, ist dies sicherlich nicht fehlender Möglichkeiten zu Sonntagsöffnungen geschuldet.“

Ladenöffnungen am Sonntag sind nach Auffassung von DHV und CGB auch kein Mittel zur Eindämmung des boomenden Online-Shopping. Wer seine Einkäufe lieber bequem am PC erledigt, wird auch am Sonntag nicht das „Einkaufserlebnis“ in der City suchen.

In der Abwägung zwischen den Forderungen des HDE nach Sonntagsöffnungen des Einzelhandel und dem Anspruch der Einzelhandelsbeschäftigten auf Sonntagsruhe haben für die christlichen Gewerkschaften die Belange der Einzelhandelsbeschäftigten eindeutig Vorrang vor Wirtschafts- oder Verbraucherinteresseninteressen. DHV und CGB erinnern daran, dass das Bundesverwaltungsgericht bereits 2014 in einer Entscheidung über Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit deutlich gemacht hat, dass es keinen erheblichen Schaden i.S. des Gesetzes darstellt, „wenn der Schutz der Sonn- und Feiertagsruhe nicht hinter dem Wunsch zurücktreten muss, spontan auftretende Bedürfnisse auch sofort erfüllt zu bekommen.“

Ansprechpartner für die Medien und v.i.S.d.P.:

Peter Rudolph, Vorsitzender des CGB-Landesverbandes Bremen.

CGB-Bremen: Erhöhung der Produktivität und Stärkung der Wirtschaftskraft zeitlich dringender als übereilte Sozialversicherungsreformen

Der Bremer CGB begrüßt die Verschiebung der Abstimmung über den Gesetzentwurf zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Stabilisierungsgesetz). Er hält auch die jetzt für den 10. Juli vorgesehene Abstimmung für verfrüht und plädiert dafür, im Herbst ein Gesamtpaket aus Krankenversicherungs-, Pflege- und Rentenreform zu beschließen.  

Fast drei Viertel der Deutschen glauben laut aktuellem ZDF-Politbarometer ohnehin nicht, dass die Bundesregierung ihre angekündigten Reformpakete bis zum Sommer vorlegt. Bundesregierung und Parlament sollten daher auf politische Schnellschüsse verzichten und sich Zeit nehmen für Reformen, die diesen Namen auch verdienen und auf breite gesellschaftliche Akzeptanz stoßen.

Der CGB verweist darauf, dass die Zweige der gesetzlichen Sozialversicherung nicht isoliert betrachtet werden können. Sparmaßnahmen in einem Zweig können durchaus zu Mehrkosten in einem anderen Zweig führen. So würde die geplante Absenkung der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige zwar die Pflegeversicherung finanziell entlasten, zugleich aber zu Beitragsverlusten bei der ebenfalls defizitären Arbeitslosenversicherung führen, um nur ein Beispiel zu nennen.

Drängender als die Reformen der gesetzlichen Sozialversicherung sind nach Auffassung des Bremer CGB alle Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft. Alle Sozialleistungen müssen erwirtschaftet werden. Damit die deutsche Wirtschaft wieder floriert, bedarf es insbesondere eine Erhöhung der Produktivität, wie sie auch von vielen Ökonomen angemahnt wird. In Deutschland stagniert die Produktivität und befindet sich im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld. Gerade als rohstoffarmes Land bedarf Deutschland jedoch hoher Produktivität, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Längere Arbeitszeiten, wie sie von der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) immer wieder gefordert werden, sorgen erwiesenermaßen nicht für höhere Produktivität. Prof. Axel Börsch-Supan hat am 9. Juni auf dem Bremer Unternehmerforum zur Erhöhung der Produktivität mehr Investitions- und weniger Konsumausgaben gefordert sowie eine bessere Ausschöpfung des vorhandenen Arbeitskräftepotentials. Als ein Fundamentalproblem der mangelnden Produktivität wurden vom ihm die Defizite im Bildungsbereich aufgeführt, wie sie u.a. die Ergebnisse der PISA-Studien immer wieder belegen.

Auf die Bedeutung der Produktivität für die sozialen Sicherungssysteme hat im vergangenen Jahr bereits die OECD in ihrem Beschäftigungsausblick für Deutschland verwiesen. Dort heißt es, dass durch eine Steigerung des Produktivitätswachstums und die Mobilisierung ungenutzten Arbeitskräftepotenzials – z.B. durch eine Verringerung der Geschlechterdifferenzen in der Beschäftigung und vor allem durch die Aktivierung älterer Arbeitskräfte sowie durch eine Erhöhung der regulären Migration – die Bremswirkung, die der demografische Wandel auf das Wachstum ausübt, teilweise – oder sogar vollständig – kompensiert werden könnte.

Maßnahmen zur Stärkung der Produktivität und Förderung des Wirtschaftswachstums haben daher für den CGB Priorität vor Sozialstaatsreformen.

V.i.S.d.P. Peter Rudolph

Gespräch DHV-Landesvorsitzender Johann Lindmeier mit MdL Stefan Meyer

Am 21.05.2026 traf ich unser DHV-Mitglied Herrn MdL Stefan Meyer im Bayerischen Landtag zu einem Gespräch. Herr Meyer ist seit Oktober 2023 Mitglied der CSU-Fraktion des Landtages. Er ist Mitglied in den Ausschüssen  für Gesundheit, Pflege und Prävention sowie für Wissenschaft und Kunst.

Nach einer kleinen Führung durch den bayerischen Landtag hatten wir einen sehr guten und interessanten Austausch zu sozial- und gesundheitspolitischen Themen. Wir haben vereinbart, weiter in Kontakt und im Dialog zu bleiben.

Herzlich Danke sagen möchte ich auch im Namen des gesamten DHV-Landesverbandes Bayern unserem Mitglied Herrn MdL Stefan Meyer für die Einladung in den bayerischen Landtag. 

Mit herzlichen Grüßen 

Johann Lindmeier 

DHV Landesvorsitzender Bayern 

Walk of Care – Friedliche Protestaktion zum Tag der Pflege in Erfurt

Am 12.05.2026 fand in Erfurt anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden die friedliche Protestaktion „Walk of Care“ unter solidarischer Beteiligung des DHV-Landesverbands Mitteldeutschland statt. Veranstalter der Aktion war die Valde Vita Franke & Müller Pflegedienst GbR aus Erfurt Zahlreiche Pflegekräfte, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie engagierte Pflegeeinrichtungen setzten gemeinsam ein starkes und sichtbares Zeichen für die Zukunft der Pflege.

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Pflege braucht verlässliche Refinanzierung!

Heute ist der Tag der Pflege.

Die Beschäftigten in der Pflege leisten täglich verantwortungsvolle Arbeit unter hohen Anforderungen. Gleichzeitig stehen viele Einrichtungen vor erheblichen wirtschaftlichen Belastungen. Tarifsteigerungen, steigende Sachkosten und wachsende Anforderungen müssen bei der Finanzierung ausreichend berücksichtigt werden, damit gute Pflege langfristig gesichert bleibt.

Deshalb ist es wichtig: Pflege braucht verlässliche Refinanzierung!

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Confédération française des travailleurs chrétiens (CFTC) – Die christliche Gewerkschaft in Frankreich

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

die Confédération française des travailleurs chrétiens (CFTC) ist die christliche Gewerkschaft in Frankreich. Sie gehört dort mit rund 150.000 Mitgliedern zu den fünf führenden Gewerkschaften des Landes. 

Die CFTC wurde 1919 durch den Zusammenschluss von 321 kleinen christlichen Gewerkschaften gegründet. 1964 spalten sich rund 90 % ihrer Mitglieder ab um eine säkulare Gewerkschaft zu gründen. 10 % blieben idealistisch beim christlich-reformistischen Weg und schafften über Jahrzehnte den Wiederaufstieg. 

In der Orgamatrix ist die CFTC vergleichbar zur DHV in Fachgruppen und Regionalverbände gegliedert.

Als christlich-reformistische Gewerkschaft zeichnet sich die CFTC durch ein konstruktives Selbstverständnis aus. Sie orientiert sich an der christlichen Soziallehre mit den zentralen Prinzipien, Solidarität, Freiheit, Subsidarität. Als reformistische Gewerkschaft setzt sie auf Kooperation, Sozialpartnerschaft und Reformen im Gegensatz zum Klassenkampf der sozialistischen Gewerkschaftsbewegung. 

Aktuell strebt die CFTC sogar eine Verfassungsänderung in Frankreich an, die reformistischen Prozessen den Vorrang vor dem Arbeitskampf gibt. 

Für mich persönlich war und ist die CFTC Vorbild und Leitbild für meine Arbeit in der DHV und die christlich-reformistische Gewerkschaftsbewegung meine Heimat.

Ich persönlich war auch 6 Jahre in einer anderen Gewerkschaft, die perfekt war in der Entwicklung ihrer Orgamatrix, der Finanzen und der Satzungsthemen, Dinge die ich gerne von dort mitgenommen habe. Trotzdem war ich froh in die DHV zurückkehren die mir eine christlich-reformistische Heimat bot. 

In den nächsten 4 Jahren wird mein Landesverband in Bayern dieses christlich-reformistische Heimat ausbauen und in den Bundesverband der DHV einbringen. 

Mit herzlichen Grüßen 

Johann Lindmeier 
DHV Landesvorsitzender Bayern 

 

Zwischen Klassenkampf und Sozialpartnerschaft: Eine christlich-gewerkschaftliche Antwort auf die Mairede des DGB NRW

Die Mairede des DGB-Landesvorsitzenden Thorben Albrecht war kämpferisch, emotional und geprägt von klaren politischen Botschaften. Viele seiner Anliegen verdienen Zustimmung wie der Schutz von Arbeitnehmerrechten, die Sicherung industrieller Arbeitsplätze, Investitionen in Bildung, bezahlbares Leben und eine soziale Absicherung in Krisenzeiten.

Und doch offenbart die Rede ein grundlegendes Problem moderner DGB-Rhetorik. Sie bleibt in einem alten Denken von gesellschaftlichen Lagern und Gegensätzen gefangen. Arbeitgeber hier, Arbeitnehmer dort. Unternehmen gegen Beschäftigte. Reiche gegen die Gesellschaft. Politik gegen Gewerkschaften.

Aus Sicht christlicher Gewerkschaften greift dieses Weltbild zu kurz.

Die Soziale Marktwirtschaft lebt von Partnerschaft – nicht von Polarisierung

Die christliche Soziallehre betrachtet Arbeit nicht als Instrument des Klassenkampfes, sondern als Teil der Würde des Menschen und als Beitrag zum Gemeinwohl. Arbeitnehmer und Arbeitgeber stehen nicht in einem natürlichen Feindschaftsverhältnis. Beide tragen Verantwortung für den wirtschaftlichen und sozialen Erfolg unseres Landes.

Gerade Nordrhein-Westfalen war jahrzehntelang stark, weil Sozialpartnerschaft funktionierte:

  • starke Industrie,
  • starke Tarifpartner,
  • Mitbestimmung,
  • wirtschaftliche Vernunft,
  • soziale Verantwortung.

Die Rede Albrechts dagegen arbeitet vielfach mit moralischer Zuspitzung. Unternehmen erscheinen primär als profitorientierte Akteure, Aktionäre als gesellschaftliches Problem, Vermögende als Ursache sozialer Missstände.

Doch eine moderne Volkswirtschaft funktioniert nicht ohne Investitionen, unternehmerisches Risiko und wirtschaftlichen Erfolg. Gewinne sind nicht automatisch unmoralisch. Sie finanzieren Innovation, Forschung, Arbeitsplätze und Altersvorsorge.

Nicht Gewinnstreben an sich ist das Problem, sondern Verantwortungslosigkeit.

Der Sozialstaat braucht wirtschaftliche Stärke

Richtig ist: Viele Menschen erleben Verunsicherung. Preise steigen, Wohnraum fehlt, Kommunen sind überlastet, Infrastruktur verfällt. Viele Beschäftigte fühlen sich unter Druck.

Aber die Antwort kann nicht allein mehr Staat, mehr Umverteilung und mehr Regulierung sein.

Denn der Sozialstaat lebt von einer leistungsfähigen Wirtschaft. Wer soziale Sicherheit erhalten will, muss auch über Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und Wachstum sprechen.

Genau hier bleibt die Rede auffällig einseitig.

Kaum erwähnt werden:

  • hohe Energiepreise,
  • Bürokratie,
  • Fachkräftemangel,
  • sinkende Produktivität,
  • demografischer Wandel,
  • internationale Konkurrenz,
  • Investitionshemmnisse.

Deutschland hat nicht nur ein Verteilungsproblem. Deutschland hat zunehmend ein Struktur- und Leistungsproblem.

Darüber muss ehrlich gesprochen werden.

Arbeitszeitdebatten brauchen Realitätssinn

Der Satz „8 Stunden Arbeit am Tag sind genug“ mag auf einer Kundgebung Beifall bringen. Aber die Arbeitswelt des Jahres 2026 ist komplexer als die des Industriezeitalters.

Viele Beschäftigte wünschen heute:

  • flexible Arbeitszeiten,
  • Homeoffice,
  • individuelle Lebensarbeitszeitmodelle,
  • mehr Eigenverantwortung.

Natürlich darf Flexibilität nicht zur Ausbeutung führen. Der Schutz der Gesundheit bleibt zentral. Doch starre ideologische Abwehrhaltungen helfen weder Arbeitnehmern noch Unternehmen.

Eine christliche Gewerkschaft würde deshalb nicht reflexhaft jede Veränderung ablehnen, sondern fragen:
Wie schaffen wir humane und zukunftsfähige Arbeitsbedingungen?

Soziale Gerechtigkeit braucht auch Generationengerechtigkeit

Albrecht verteidigt entschieden Renten-, Sozial- und Krankenversicherungssysteme. Das ist legitim und notwendig. Doch die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet:
Wie finanzieren wir diese Systeme dauerhaft?

Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente. Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Leistungen finanzieren.

Eine verantwortungsvolle Sozialpolitik braucht deshalb:

  • solide Finanzen,
  • wirtschaftliches Wachstum,
  • mehr Beschäftigung,
  • bessere Qualifikation,
  • höhere Produktivität.

Die christliche Sozialethik verbindet Solidarität immer auch mit Verantwortung und Nachhaltigkeit. Wer nur verteilt, ohne neue wirtschaftliche Stärke zu schaffen, gefährdet langfristig genau den Sozialstaat, den er retten will.

Migration: Humanität braucht Ordnung

Richtig ist auch: Menschen mit Migrationsgeschichte gehören zu unseren Betrieben, unseren Städten und unserem Land. Viele leisten täglich wertvolle Arbeit.

Doch die Rede blendet die realen Herausforderungen von Integration weitgehend aus:

  • überforderte Kommunen,
  • Bildungsprobleme,
  • Wohnraummangel,
  • Integrationsdefizite,
  • Belastungen sozialer Systeme.

Christliche Sozialethik bedeutet:
Humanität UND Ordnung.
Solidarität UND Verantwortung.

Weder pauschale Ausgrenzung noch naive Verharmlosung helfen weiter.

Gewerkschaften dürfen nicht parteipolitisch verengt werden

Besonders problematisch ist die zunehmende politische Einseitigkeit vieler DGB-Reden. Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer unterschiedlichster politischer Überzeugungen.

Wer Gewerkschaften zu stark in ein parteipolitisch linkes Lager führt, riskiert, viele Beschäftigte innerlich zu verlieren.

Christliche Gewerkschaften waren historisch oft erfolgreicher darin, Brücken zu bauen:

  • zwischen Arbeit und Wirtschaft,
  • zwischen sozialer Sicherheit und Eigenverantwortung,
  • zwischen Tradition und Modernisierung.

Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung braucht Deutschland weniger ideologische Zuspitzung und mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Zukunft liegt in der sozialen Marktwirtschaft – nicht im alten Lagerdenken

Die großen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich weder mit neoliberalen Marktphantasien noch mit staatlichem Verteilungsdenken lösen.

Deutschland braucht:

  • eine starke Industrie,
  • innovative Unternehmen,
  • gute Arbeitsplätze,
  • soziale Sicherheit,
  • stabile Familien,
  • leistungsfähige Bildung,
  • generationengerechte Finanzen,
  • funktionierende Infrastruktur.

Dafür braucht es nicht Klassenkampf, sondern Verantwortungspartnerschaft.

Die christliche Soziallehre bietet dafür weiterhin einen überzeugenden Kompass:

  • Solidarität,
  • Subsidiarität,
  • Gemeinwohl,
  • Verantwortung,
  • Maß und Mitte.

Gerade in Krisenzeiten sollte das unser Weg sein. Nicht die Spaltung der Gesellschaft in Gegner und Schuldige, sondern die gemeinsame Verantwortung für Arbeit, Wohlstand und sozialen Frieden.

Grußwort zum 1.5.2026

Liebe Kollegen und Kolleginnen, 

mein Grußwort zum ersten Mai hat mittlerweile Tradition. In diesen Jahr ist es politisch überschattet von den Vorschlägen zur Abschaffung des Ehegattensplitting und der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner. 

Es wird niemand überraschen das wir diese Maßnahmen als christliche Gewerkschaft ablehnen. Die Arbeitnehmer und der Mittelstand sind mittlerweile viel zu hoch belastet in unserer Gesellschaft, hier sind Entlastungen notwendig und nicht weitere Belastungen. 

Bei meinen politischen Terminen im Mai werde ich das auch entsprechend thematisiern. Auf dem Maiempfang der Landeshauptstadt München wird uns meine Stellvertreterin Sarah Vogl vertreten. 

Für das erste Halbjahr 2026 plane ich noch einen Gedankenaustausch mit dem CGB Landesvorsitzenden in Bayern und einen Besuch des CGB Büros in Regensburg. 

Im Juli führen mich dann meine Termine nach Nürnberg, aber darüber und über die Klausur meines Landesvorstandes im Allgäu werde ich dann gesondert berichten. 

Jetzt wünsche ich uns allen trotz der schwierigen Weltlage einen guten 1.5.2026. 

Mit herzlichen Grüßen 

Johann Lindmeier 

DHV Landesvorsitzender Bayern

Landesverbandstag 2026

Liebe Kollegen und Kolleginnen, 

hinter uns liegt ein sehr bayerischer und spannender Landesverbandstag. 

Wir haben gemeinsam über die Arbeit und die Entwicklungen der letzten vier Jahre reflektiert:

  • die Klausuren/Sitzungen des Landesvorstandes,
  • den Transformationsprozess unser Landesgeschäftsstelle,
  • die 130 Jahrfeier der DHV in 2023,
  • der aktuelle Stand im DHV-Tariffähigkeitsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR),
  • die Entwicklungen im CGB Bayern,
  • die Zukunft unserer DHV.

Geehrt für ihr jahrzehntelanges Engagement für den Landesverband wurde Ingrid Prager, die aus dem DHV-Aufsichtsrat ausgeschieden ist. Sie wird als Ehrenvorsitzende des Landesverbands ihre Erfahrungen weiter in die DHV-Arbeit einbringen. 

Willy Kaiser, der 1966 in die DHV eintrat, wurde für sein 60-jähriges Jubiläum geehrt.

Alle Wahlergebnisse vielen einstimmig aus:

  • Landesvorsitzender: Johann Lindmeier
  • Stellvertretende.Landesvorsitzende: Sarah Vogl
  • Mitglied im Aufsichtsrat: Michael Staab
  • Ehrenvorsitzende: Ingrid Prager 
  • 1.Beisitzer und Mitgliederbeauftragter für Südbayern: Thomas Kadner 
  • 2.Beisitzer und Mitgliederbeauftragter für Nordbayern Michael Staab. 

Auf dem im November stattfindenden Bundesgewerkschaftstag werden Ingrid Prager, Sarah Vogl, Johann Lindmeier und Michael Staab den Landesverband vertreten. 

Im Landesvorstand arbeiten Berufstätige und Senioren, kaufmännische Angestellte, freigestellte Betriebs- und Aufsichtsräte. Vertreten sind die bayerischen Regionen Oberbayern, Niederbayern, Franken und Schwaben; von den Branchen sind es Versicherungen, Industrieangestellte, Einzelhandel und kaufmännische Angestellte. 

In Summe ist der neue Landesvorstand sehr ausgewogen vertreten – auch, was die Verteilung der Geschlechter betrifft. 

Unsere nächsten Stationen werden eine Klausur im Allgäu vor dem Bundesgewerkschaftstag und eine Sitzung des Landesvorstandes nach dem Bundesgewerkschaftstag sein.

Persönlich bin ich sehr dankbar für das Vertrauen, das man meinen Landesvorstand und mir entgegengebracht hat. 

Herzliche Grüße 

Johann Lindmeier