„Starke Präsenz am BAG: Kollege Andreas Müller als ehrenamtlicher Richter vereidigt“

Ein besonderer Tag am Bundesarbeitsgericht in Erfurt: Vor ein paar Tagen war es für mich eine besondere Ehre, der Vereidigung unseres Kollegen Andreas Müller beizuwohnen. Kollege Müller, der als Mitglied im Landesvorstand Mitteldeutschland sowie im Hauptvorstand der DHV aktiv ist, wurde offiziell in sein Amt als ehrenamtlicher Richter am Bundesarbeitsgericht berufen. Das Vorschlagsrecht für dieses wichtige Richteramt erfolgt über unseren Dachverband, den Christlichen Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB), in dem die DHV als Mitgliedsgewerkschaft organisiert ist.

Die Vereidigung ist ein fester Bestandteil, bevor ein ehrenamtlicher Richter seine verantwortungsvolle Tätigkeit an einem Gericht aufnimmt. Wie beim Bundesarbeitsgericht üblich, fand sie sehr sachlich und ohne große Zeremonie statt – und verdeutlicht dennoch die große Verantwortung, die mit diesem Ehrenamt verbunden ist, wenn es darum geht, die Perspektive aus der Arbeitswelt in die oberste Rechtsprechung einzubringen.

Im Anschluss hatte ich die Gelegenheit, der Verhandlung des 3. Senats des Bundesarbeitsgerichts (Aktenzeichen 3 AZR 70/26) beizuwohnen. Verhandelt wurde über den Anspruch eines Witwers auf eine Hinterbliebenenrente gegenüber einer Pensionskasse. Die juristischen Ausführungen der Vorsitzenden Richterin boten dabei einen sehr anschaulichen Einblick in die komplexen Bewertungsmaßstäbe des Arbeitsrechts auf Bundesebene, auch vor dem Hintergrund anwesender Studierender und junger Juristen. Am Ende blieb die Klage des Klägers ohne Erfolg. Solche Verhandlungen machen deutlich, wie voraussetzungsreich und im Einzelfall streng rechtlich geregelt Ansprüche auf dieser Ebene sind.

Interessant war zudem eine Randbeobachtung zum Ablauf: Die Klägerseite war per Video zugeschaltet, wobei es zeitweise zu kleineren Tonproblemen kam. Solche technischen Hürden unterstreichen einmal mehr, dass Präsenzverhandlungen gerade bei komplexen juristischen Fragestellungen klare Vorteile bieten, da der direkte und unmittelbare Austausch im Gerichtssaal durch nichts zu ersetzen ist.

Insgesamt war es ein lehrreicher und spannender Tag in Erfurt – verbunden mit der Freude und dem Stolz, unseren Kollegen Andreas Müller bei diesem wichtigen Schritt für das gewerkschaftliche Ehrenamt begleiten zu dürfen.