Vollversammlung der BGHW in Erfurt: Prävention, Digitalisierung und moderne Selbstverwaltung im Fokus

Die Vollversammlung der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) hatte sich am 20. Mai 2026 in Erfurt mit einer Vielzahl zukunftsweisender Themen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz im Handel und in der Warenlogistik befasst. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung der Prävention, die Digitalisierung der Unfallversicherung sowie aktuelle Herausforderungen für die Selbstverwaltung.

Der Vorstandsvorsitzende betonte in seinem Bericht die stabile Entwicklung der BGHW und hob insbesondere die Bedeutung einer praxisnahen Präventionsarbeit hervor. Die Geschäftsführung unterstrich anschließend die wirtschaftlich solide Lage der Berufsgenossenschaft sowie die zunehmenden Anforderungen durch Digitalisierung, Fachkräftemangel und veränderte Arbeitsbedingungen in Handel und Warenlogistik.

Ein besonderer Akzent wurde mit dem Vortrag „Gehörlos bei der BGHW“ gesetzt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Barrierefreiheit, Teilhabe und inklusive Arbeitsbedingungen auch innerhalb der gesetzlichen Unfallversicherung sind. Die Präsentation stieß auf große Aufmerksamkeit und verdeutlichte den Anspruch der BGHW, Vielfalt und Chancengleichheit aktiv zu fördern.

Breiten Raum nahmen die Präventionsthemen ein. Die Vertreterinnen und Vertreter befassten sich unter anderem mit der Fortführung der digitalen Kampagne „komm gut an.“, die künftig in den Regelbetrieb überführt werden soll. Ziel bleibt es, Beschäftigte insbesondere auf Arbeitswegen und im Straßenverkehr stärker für Unfallrisiken zu sensibilisieren. Diskutiert wurde außerdem der Einfluss von Cannabis auf Sicherheit und Konzentration in Intralogistik und Verkehr – ein Thema, das angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Auch die Rolle künstlicher Intelligenz im Arbeitsschutz rückte stärker in den Fokus. Mit dem KI-Modul im „Kompendium Arbeitsschutz“ will die BGHW moderne Technologien künftig stärker für Prävention und Wissensvermittlung nutzen. Parallel dazu wurden die Überarbeitung der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ sowie weitere Anpassungen im Vorschriften- und Regelwerk beraten.

Darüber hinaus beschäftigte sich die Vollversammlung mit organisatorischen und sozialpolitischen Fragen. Im Zusammenhang mit der Sozialwahl 2023 wurde der Schlussbericht des Bundeswahlbeauftragten beraten und die Bedeutung der Selbstverwaltung innerhalb der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hervorgehoben. Ebenso standen Änderungen der Dienstordnung, unter anderem zur Homeoffice-Pauschale, auf der Tagesordnung.

Zum Abschluss wurde unter dem Punkt „Joachimsthaler Erklärung“ die gemeinsame Verantwortung der Selbstverwaltung für einen modernen, praxisnahen und zukunftsfesten Arbeitsschutz betont. Die Vollversammlung machte damit deutlich: Die BGHW will den Wandel in Arbeitswelt und Gesellschaft aktiv gestalten – mit Prävention, Digitalisierung und sozialpartnerschaftlicher Selbstverwaltung als zentralen Leitlinien.

 

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